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Förderung der Gesundheit – eine kommunale Aufgabe

Bürger in Städten und Gemeinden wünschen sich eine Politik, die nach Kräften ihren Beitrag zur Schaffung gesundheitsförderlicher Lebenswelten für alle Bürgergruppen anstrebt. Entscheidungen  und Maßnahmen zur Flächenbewirtschaftung, zur Steuerpolitik und zu den sozialen Dienstleistungen sollten dieser Zielsetzung gerecht werden.Unsere Projekte in München, Göttingen und Goslar machen deutlich, dass Kommunen die Kindergesundheit entscheidend fördern können und sollen. In diesem Sinn richtete auch die “Plattform Ernährung und Bewegung e.V.” (www.pebonline.de) im April 2014 zusammen mit über 60 Akteuren einen Aufruf an die Öffentlichkeit: “Sitzen reduzieren! Sitzen unterbrechen, zur Bewegung aktivieren.” Der Aufruf richtet sich an alle, die für das Wohl von Kindern besonders verantwortlich sind: Kommunen, Kinderkrippen, Kitas, Schulen, Jugendärzte und Familien.Für Gesundheitsschutz und -förderung sind die Kommunen in hohem Maße zuständig und verantwortlich. Hierzu stellte die Bundesregierung fest, dass “wesentliche Aufgaben der Kindergesundheit in die Zuständigkeit der Länder, Städte und Kommunen” fallen und dass “flächendeckend gesundheitsförderliche Strukturen” dem Bewegungsmangel vorbeugen sollen (Bundesministerium für Gesundheit: “Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit”).

Gesundheitliche Bedeutung der Freiräume

Unter Beteiligung der kommunalen Entscheidungsträger, der Kindergärten, Schulen und Vereine kann die außerhäusliche räumliche Umgebung für Kinder und Jugendliche zur Förderung ihrer Spiel-, Gestaltungs- und Bewegungsaktivitäten erschlossen werden. Positive Impulse auf fast allen Gebieten der gesundheitlichen Entwicklung sind die  Folge: Geschicklichkeit, körperliche Kräftigung, allgemeines Wohlbefinden, soziale Kompetenz und Fähigkeit zur Aufmerksamkeit und Konzentration. Die Grundlage für Lebensfreude, Zuversicht, und Gesundheit wird in der Kindheit gelegt. Durch Spiel, Freude und ein interessantes Lebensumfeld erfahren Kinder in Familie und mit Gleichaltrigen, was ihnen gut tut und zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse, Wünsche und Neugier wichtig ist.

Die Förderung des Bewegungsverhaltens führt also dazu, dass Kinder – ihrer Neigung entsprechend – körperlich aktiver werden und sich dadurch physisch, sozial und auch mental optimal weiterentwickeln können. Aber auch zahlreiche Erkrankungsrisiken wie Übergewicht, Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie allergische Erkrankungen lassen sich durch mehr Bewegung direkt oder indirekt reduzieren. Gerade für diese Erkrankungen ist es kennzeichnend, dass sie vielfach langfristig fortbestehen, in der Häufigkeit bei Kindern eher zunehmen und wegen der eingeschränkten Möglichkeiten einer gezielten kausalen Therapie vor allem durch Prävention verhindert werden sollten.

Besonders Naturerfahrungsräume wie auch das Wohnumfeld von Schule und Zuhause fördern Kinder auf verschiedenen Ebenen und sind für ihre gesundheitliche Entwicklung wichtig (vgl. Naturerfahrungsräume und Kindergesundheit).

In unseren Projekten waren Spiel- und Bewegungsaktionen im Wohnumfeld ein wesentliches Element, Wohngebiet und Schule den Kindern als Lebensraum zu erschließen. Sie wurden einmal aus dem Schulunterricht heraus, dann auch als freiwillige Aktion an Nachmittagen durchgeführt. Entsprechende Einladungen wurden den Kindern in den Schulen in Göttingen (Beispiel 1) und München (Beispiel 2) mitgegeben. 

Übergewicht bei Kindern

Viele Kinder leiden heute oft an Übergewicht. Die Ursachen dafür sind manchmal schon im Säuglingsalter zu suchen, denn Kinder die nicht gestillt werden neigen später meist dazu. Die Hauptursachen sind aber immer noch in der ungesunden Ernährung, sowie im Bewegungsmangel zu finden.

Eine Gesunde Ernährung und viel Bewegung

Optimal gesund leben und ernähren sich heute nur ein kleiner Prozentsatz der Kinder. Die wichtigsten Faktoren für ein Normalgewicht bei Kindern ist das bewußte Essen und die regelmäßige Bewegung. Die Mahlzeiten sollten möglichst dreimal täglich gemeinsam mit der Familie eingenommen werden. Für das Essen muss ausreichend Zeit zur Verfügung stehen. Nebenbei, zum Fernsehen oder auf dem Schulweg, sollte nicht gegessen werden. Jüngere Kinder dürfen noch nicht allein entscheiden was sie wann essen. Auch das Pausenbrot für die Schule sollte abwechslungsreich und zuckerarm ausgewählt werden. Die Milchschnitte enthält sehr viel Zucker und kaum Mineralstoffe, auch wenn die Werbung etwas anderes verspricht, sollte man sie meiden. Dafür lieber eine Banane oder anderes Obst anbieten. Die Vorbildwirkung der Eltern spielt hier eine entscheidende Rolle.

Abwechslung beim Essen

Eine abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse muss alltäglich sein. Naturbelassenen Lebensmitteln lieber den Vorzug geben. Limonaden, Cola und Fruchtsäfte möglichst ganz vom Speiseplan verbannen. Dafür lieber Tees, verdünnte Schorle oder Mineralwassen reichen. Von Brotaufstrichen wie zum Beispiel Nutella, sollte man ganz Abstand nehmen. Sie enthalten neben sehr viel Zucker auch noch übermäßig viel Fett. Dadurch regen sie den Appetit nur noch weiter an.

Bewegungsmangel

Der Bewegungsmangel ist ein anderes wichtiges Kriterium für Übergewicht. Meist werden die Kinder heute mit dem Fahrzeug zum Kindergarten oder in die Schule gebracht. Am Nachmittag zu Hause verbringen sie dann wieder viel Zeit vor dem Fernseher oder dem PC. Die Kalorienmenge die sie tagsüber aufnehmen, entspricht meist einer erwachsenen körperlich schwer arbeitenden Person. Durch die wenige Bewegung werden die Kinder meist träge und bequem, der Körperumfang nimmt dann schnell zu. Aber nicht nur die Trägheit ist ein Problem, schlimmer noch sind wirklich graviernde Folgeerkrankungen. So können auch schon Kinder infolge von Übergewicht an Diabetes oder Bluthochdruck erkranken. Psychische Probleme zum Beispiel in der Schule durch Mobbing sind kommen immer häufiger vor.

Mutter-Kind-Kur

Eine Mutter-Kind-Kur dauert in der Regel 21 Tage, kann aber während des Aufenthaltes aus medizinischen Gründen um eine weitere Woche verlängert werden. Nach Ende der Kur ist eine erneute Mutter-Kind-Kur erst nach der Frist von vier Jahren erneut möglich, vorausgesetzt es liegen nicht zu einem früheren Zeitpunkt medizinische Gründe für einen erneuten Aufenthalt vor.

Krankenkasse und Zuzahlungen

Eine Zuzahlung von 10 Euro pro Kalendertag für maximal 28 Tage ist in der Regel zu erbringen. Ansonsten wird der Aufenthalt für Mütter oder Väter von der Krankenkasse übernommen, sofern eine medizinische Indikation vorliegt und heiltherapeutische Maßnahmen von Nöten sind. Mögliche Indikationen sind eine gesundheitlich belastende Situation, die zu einer Erkrankung größeren Ausmaßes führen kann, eine Gefährdung der Gesundheit des Kindes und die Vermeidung von chronischen Erkrankungen oder gar Pflegebedürftigkeit.

Ein Therapeutischer “Erholungsurlaub

Eine Mutter-Kind-Kur ist nicht mit einem Erholungsurlaub gleichzusetzen, denn die Teilnehmer sind verpflichtet an therapeutischen Kurmaßnahmen teilzunehmen. Ob es sich bei diesen Maßnahmen um pädagogische oder psychologische Gespräche handelt oder physiotherapeutische Maßnahmen, Ernährungsberatungen oder Schulungen anderer Art, wird je nach Indikation für den Aufenthalt in einem auf den Patienten zugeschnittenen Plan zusammengefasst. Für die Kinder, die bei diese Kuraufenthalten dabei sind wird dem Alter entsprechend und je nach Größe des Kurhauses Kinderbetreuung angeboten, für die Größeren auch Unterricht, sofernder Aufenthalt außerhalb der Ferien stattfindet. In den meisten Fällen arbeitet man in Kurkliniken für Mutter-Kind-Kuren nach dem ganzheitlichen Prinzip. Individuell auf die Patientin oder den Patienten zugeschnittene Programme, die auch Heilbäder und medizinische Anwendungen verschiedener Art beinhalten sorgen dafür, das man sich nach dem Aufenthalt gestärkt und erholt fühlt. Psychosomatisch bedingte Erkrankungen, die aus Stress im Alltag oder einer extremen Lebenssituation hervorgehen, werden durch spezielle ganzheitlich orientierte Therapien behandelt.

Spezielle Kuren

Verschiedene Kurkliniken bieten im Laufe des Jahres auch spezielle Kuren an, die besonderen Erkrankungen oder Lebenssituationen angepasst sind. Dazu gehören Adipositas, Asthma, Neurodermitis oder auch Krebs. Auch Kuren für Alleinerziehende, die oft ganz anderen Problemen ausgesetzt sind , oder Eltern von behinderten Kindern oder Kindern mit ADS/ADHS können an bestimmten Kuren teilnehmen, die auf diese Problematiken abgestimmt sind.